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069 GASTRO: MatzeFFM über sein veganes Wohnzimmer: das EDELKIOSK

Vegan liegt im Trend: In  Frankfurt scheinen vegane Cafe’s , Supermärkte und Restaurants derzeit nur so aus dem Boden zu sprießen. Bereits seit 2011 hat sich das Cafe „Edelkiosk“ als erstes seiner Art in der Rhönstraße etabliert. MatzeFFM über sein „Zweitwohnzimmer“ sowie im Gespräch mit Inhaberin Anna (30) über die vegane Szene, Sperrholzmöbel und Backrezepte.

MatzeFFM: >>Eins vorweg: Nein, ich bin kein Veganer<<

„Obwohl ich in Bornheim lebe, wo mit Wondergood und Chimichurri gleich zwei vegane Restaurants um Kundschaft buhlen, man im einzigen Veganz der Stadt einkaufen gehen kann und im Extravegant seinen Kaffee mit unzähligen Sorten von Sojamilch genießen kann. Nirgendswo in Frankfurt prägt der Veganismus das Stadtbild so sehr wie im „lustigen Dorf“ – selbst eine vegane Metzgerei existiert dort seit bereits fast einem Jahr. Somit bin ich vor einiger Zeit eher zufällig auf das EDELKIOSK aufmerksam geworden, das ich seitdem gern als „Zweitwohnzimmer“ nutze. Auch nicht-veganen Besuchern gegenüber ist man durchaus tolerant gegenüber eingestellt und begrüßt diese genauso herzlich wie die Gesinnungsgenossen.

>>Betritt man den edlen Kiosk, kommt man zunächst aus dem Staunen nicht heraus<<

Quietschbunte Wände, antiquierte Möbel und Sofas und gar ein (funktionierender!) Röhrenfernseher samt Super-Nintendo sorgen für ein Ambiente, das man so eher in einem Berliner Szene-Cafe auf dem Prenzlauer Berg vermuten würde – und eine zeitweilige Reizüberflutung. In-Getränke wie Club Mate, Lapacho-Limonade, Ailaike-Eistee, „Fritz“-Cola und Sojamilch gibt’s stilecht aus dem Stehkühlschrank, nebenan präsentiert sich die Kühltruhe mit veganem Eis.

>>Hinter dem Tresen werden die wahren Highlights meines Lieblings-Cafes offenbar:<<

Die täglich frisch gebackenen und wechselnden veganen Köstlichkeiten wie Sandwiches, Kuchen und Gebäck und tagesaktuell auf Facebook bestaunt werden können. Im hinteren Bereich können sogar allerlei Klamotten, Accessoires, Lektüre, Trödel & Kitsch erworben werden. Bei einer solch umfassenden kulinarischen Grundversorgung samt kostenlosem WLAN-Zugang, stets netter Gesellschaft und Spielmöglichkeit vor dem Super-Nintendo lassen sich ohne weiteres ganze Nachmittage im EDELKIOSK verbringen (oder auch vertrödeln). Zeit genug also, um mit der gebürtigen Frankfurterin und Inhaberin Anna (30) ein angenehmes Gespräch zu führen.“

MatzeFFM:
Hi, Anna! Erzähl‘ doch kurz: Wie kam Dir die Idee, in Frankfurt ein veganes Cafe zu eröffnen?

EDELKIOSK:
Eigentlich wollte ich selbst nur einen Ort haben, in dem ich Unmengen von veganem Kuchen verspeisen kann (lacht). Nein, im Ernst. 2011 besuchte dien „Vegan Street Day“ in Dortmund und lernte dabei das „Cakes + Treats“ kennen, ein veganes Cafe in der Ruhrmetropole. Ich dachte mir: „Wieso gibt es sowas in meiner Heimatstadt nicht?“ – und beschloss, diesen unhaltbaren Zustand zu ändern! Im Frankfurter Ostend bin ich dann letztendlich zufällig gelandet, da zur richtigen Zeit ein passender Laden leer stand, der das erste vegane Cafe Frankfurts beherbergen sollte.

MatzeFFM:
Dafür habe ich Dir in jedem Fall zu danken! Wer genau ist denn eigentlich der durchschnittliche EDELKIOSK-Besucher?

EDELKIOSK:
Den gibt es definitiv nicht! Ich darf hier jeden Tag sowohl Schüler, Studenten, Berufstätige und Rentner begrüßen und mich über eine bunte Mischung freuen! Es gibt viele Stammgäste, und interessanterweise finden auch viele Nicht-Veganer den Weg zu mir. Auch Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten kommen gerne, da sie hier Leckereien finden, die sie sich aus gesundheitlichen Gründen sonst nicht gönnen könnten.

MatzeFFM:
Die Einrichtung und Raumgestaltung lässt schon als „einzigartig und hip“ bezeichnen und ist mir ansonsten eher aus den Szene-Cafes der Hauptstadt bekannt. Musstest Du eigenes einen Innenarchitekten aus Berlin-Mitte engagieren, oder haben wir das Ambiente hier allein Deinem Ideenreichtum zu verdanken?

EDELKIOSK:
Meinem Ideenreichtum und meinen Freunden! Wir haben hier fast alles selbst gemacht und gestaltet. Die Wände beispielsweise haben Freunde von mir gestrichen und gestachelt. Die Theke entstand ebenfalls in Eigenregie, und die Möbel haben wir über die eBay-Kleinanzeigen entdeckt und mit großem Transporter in ganz Hessen eingesammelt. Der Super-Nintendo ist von zu Hause mitgebracht. Ursprünglich wollte ich ja nur eine Spiel-Gelegenheit auf meiner Arbeit haben, mittlerweile ist dieser aber meistens von den Gästen in Beschlag genommen …

MatzeFFM:
In jüngster Zeit erlebt die vegane Szene Frankfurts einen rasanten Aufschwung. Wie beobachtest Du diese Entwicklung? Freust Du Dich über diese Entwicklung, oder fürchtest Du wachsende Konkurrenz?

EDELKIOSK:
Klar, anfangs war ich etwas besorgt. Vor allem, als in Laufweite mit dem „Extravegant“ ein weiteres veganes Cafe eröffnete. Mittlerweile haben sich meine Befürchtungen aber als unbegründet erwiesen. Im Gegenteil, durch die steigende Präsenz in der Stadt entdecken immer mehr Menschen die vegane Welt für sich – und ich freue mich über wachsenden Zulauf! Außerdem habe ich selbst nun immer mehr Möglichkeiten, vegan einzukaufen und essen zu gehen.

MatzeFFM:
Und wieso bleibst Du trotzdem das beste vegane Cafe der Stadt?

EDELKIOSK:
Das habe ich nie behauptet! Ich bin vielleicht nicht das Beste, gebe aber täglich mein Bestes. So stehen entweder ich oder meine Kollegin Katja bereits morgens um 5 am Ofen und backen täglich wechselnde Leckereien. Außerdem verwenden wir ausschließlich frische Bio-Zutaten!
Außerdem ist es mir wichtig, dass das „Edelkiosk“ nicht ausschließlich als veganes Cafe betrachtet wird. Ich möchte als ganz normales Cafe wahrgenommen werden, und es ist mir wichtig, dass sich meine Gäste hier wohlfühlen – ob Veganer oder nicht! Ferner geistern mir ein paar kleine Ideen im Kopf herum. So werde ich hier demnächst einen Film vorführen. Ab Mitte April gibt’s dann einen täglich wechselnden veganen Mittagstisch.

MatzeFFM:
Eine letzte Frage, Anna: Gehen Dir eigentlich NIE die Rezeptideen aus?

EDELKIOSK:
Feste Rezepte habe ich gar nicht! Ich hab‘ so ein paar Basis-Rezepte, und experimentiere dann einfach ein wenig mit den Sachen rum, die ich am jeweiligen Tag so eingekauft habe. Dieses „Basteln“ hat mir schon immer viel Freude bereitet, und für die nächsten 3 Jahre Edelkiosk werden meine Ideen schon noch reichen. Versprochen!

Neugierig geworden? Das Edelkiosk hat außer am Montag täglich geöffnet.

Und ein Geheimtipp: Jeden Freitag ist „Waffel-Freitag“.

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Text: MatzeFFM:  (>> Mittzwanziger, Großstadtkind, Entdecker. Zugezogen. Verliebt in: Frankfurt am Main >> aus dem Grund: Autor bei NULL SECHS NEUN.)

 

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