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069 MatzeFFM Unterwegs: Rettet die Terminus-Klause!

Zwischen Szene-Bars und Hipster-Treffs existieren sie weiterhin: Echte Institutionen im Frankfurter Bahnhofsviertel, in denen sich Student und Bänker auf ein entspanntes und bezahlbares Feierabendbier treffen können. Zumindest noch: Als Musterbeispiel der Gentrifikation steht nun die Existenz der Pilsstube „Terminus-Klause“ auf dem Spiel – aufgrund eines gekündigten Mietvertrages.

Prompt regte sich erster Protest

Über Facebook wurde dazu aufgefordert, die Existenz des Einods für Freunde des gutbürgerlichen Feierabendbieres unter Freunden zu gewährleisten. Auch Stadtreporter MatzeFFM war unterwegs, um die „Terminus-Klause“ zu retten … Der morgendliche Blick in die Frankfurter Rundschau verheißt nichts Gutes.

Der geliebten „Terminus-Klause“ droht das Aus

Der Mietvertrag wurde seitens des Vermieters gekündigt, und eine Schließung der – mittlerweile insbesondere bei jungen Menschen beliebten – Kneipe droht. Prompt regte sich erster Protest – die nicht immer ernst zu nehmende Partei „Die Partei“ startete gar in satirischer Anlehnung an die Solidaritätsbekundung „Je suis Charlie“ die Protest-Aktion „Je suis Terminus“– und verzierte die Kneipenfenster mit entsprechenden Plakaten. Stammgast Philip Hogh (35) rief via Facebook dazu auf, einen Donnerstagabend in der „Klause“ zu verbringen, um eine dort ausliegende Petition gegen die drohende Schließung zu unterzeichnen sowie Wirt und Inhaber durch ausgiebigen Gerstensaft-Konsum finanziell zu unterstützen.

Binding-Pils für den guten Zweck

Anlass genug für mich, einmal selbst vorbeizuschauen. Und in der Tat: Die Resonanz ist groß. Kein Platz der Pinte bleibt unbesetzt. Auch den Initiator der Facebook-Aktion Philip darf ich beim Pils an der Theke kennenlernen. Dieser zeigt sich zufrieden: Bereits über 600 Unterschriften haben sich auf der ausliegenden Liste angesammelt.

Ob dieser Solidarität zeigt sich auch das Thekenpersonal samt Inhaber Mario Ivanow gerührt und wird nicht müde, die zahlreichen Gäste mit Kaltgetränken zu versorgen.

Mitsamt frisch gezapftem Pils (zum wohl günstigsten Preis des Viertels) nehme ich Platz am nächstbesten Tisch. Neben einigen Messe-Besuchern aus London lerne ich Irina kennen. Die 23-Jährige schätzt an der „Klause“, dass sie sich dort auch als Studentin einen bierseligen Abend leisten kann und sich dort stets willkommen fühlt – so als wäre sie ein langjähriger Stammgast.

Auch das Publikum sei – anders als schräg gegenüber im „Moseleck“ – stets sehr angenehm. Im Bahnhofsviertel lebend missfällt ihr die Ausbreitung all der Szene-Läden, die ihr hippes Publikum deutlich ausgeprägter zur Kasse bitten.

Es bleibt weiter spannend

Ob sich der Hauseigentümer von all der gezeigten und zelebrierten Solidarität davon abhalten lassen wird, von der vorgesehenen Kündigung des Mietvertrages abzusehen, bleibt weiter fraglich – aber es ist schön zu sehen, dass sich junge Menschen für den Erhalt einer alteingesessenen Kneipe inmitten des sich im Umbruch befindenden Viertels engagieren.

Ich wünsche dem Initiator Philip samt seiner Initiative dafür alles Gute – und freue mich auf viele weitere frisch gezapfte Binding sowie schöne Abende in der altehrwürdigen „Terminus Klause“ !

Euer MatzeFFM

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Text und Bild: MatzeFFM:  (>> Mittzwanziger, Großstadtkind, Entdecker. Zugezogen. Verliebt in: Frankfurt am Main >> aus dem Grund: Autor bei NULL SECHS NEUN.)

 

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