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Go Frankfurt! Go Offenbach!

Wer wird neue Digitalhauptstadt 2020?

Bereits 2015, da erschien dieser Artikel in der FAZ nach einer PwC-Erhebung, war klar: „Frankfurt ist keine Digitalhauptstadt.“ München und Hamburg hatten die Nase vorn. Nun schreiben wir das Jahr 2018. Wie viel Digitalhauptstadt-Feeling kommt bei den Bürgerinnen und Bürgern mittlerweile an?

Größter Internet-Knoten der Welt

Der fließt durch die Mainmetropole und heißt DE-CIX (Deutscher Commercial Internet Exchange). Man könnte meinen, das hätte Einfluss auf den Ehrgeiz der Region zumindest die nationalen Spitzenränge, wenn es um gelebte Digitalisierung geht, erklimmen zu wollen. Blicken wir auf unseren Mittelstand in Frankfurt und beziehen wir die Nachbarstadt Offenbach mit ein. Wird hier das Thema Digitalisierung priorisiert?

Stadtportale im Vergleich

Vergleichen wir der Einfachheit halber einmal die beiden städtischen Online-Portale:

www.offenbach.de
www.frankfurt.de

Zum Frankfurter Online-Portal (Stand: 03.01.2018): Wie rückständig es auf uns wirkt, ist offensichtlich? Zum Offenbacher Online-Portal: Das ist für alle Displays modern optimiert. Hier benötigen User keine Lupe, um sich zurechtzufinden. Großformatige Teaser erleichtern auf der Startseite die Navigation zu den aktuellsten Artikeln. Die Menü-Struktur wurde sauber unterteilt in die Begriffe:

– „Rathaus und Service“
– „Leben in Offenbach“
– „Kultur und Tourismus
– „Wirtschaft“,
– „Bildung“ und
– „Dialog“.

Die Menü-Anordnung wirkt überblicksartig und breit aufgefächert. Im sogenannten Top-Menü, oben linksbündig springt eine gelungene Vernetzung zwischen der Stadt Offenbach, deren Stadtwerken und dem Energieversorger ins Auge.
Interessant: Die Funktion „Stadtplan“, welche aber heute nicht funktioniert (Stand: 03.01.2018). Nur ein quadratisches, weißes Feld lässt erahnen, an welcher Stelle die Stadtkarte, das Luftbild oder optional beides gleichzeitig erscheinen soll. Die Mehrsprachigkeit der Website erstreckt sich, wenn auch nicht 1:1 im Vergleich zur deutschen Websiteversion auf ein komprimierteres Angebot jeweils in Englisch, Französisch, Kroatisch und Türkisch. Die Sparte „International“ wird genutzt, um Deutsch-Lern-Angebote zu bewerben. Wurde auf Vollständigkeit geachtet? Auch private Sprachschulen könnten an dieser Stelle erwähnt werden, weil der User-Mehrwert zählt.

Inspiration aus München

München (www.muenchen.de) erwähnt sein Branchenbuch recht prominent, was den lokalen Handel stärkt. Das Hauptmenü überzeugt durch eine üppige, gut sortierte Anordnung relevanter Begriffe beginnend mit dem Stichwort „Rathaus“. Bereits an nächster Stelle folgt das „Branchenbuch“, daraufhin die Schlüsselbegriffe:

– „Veranstaltungen“
– „Kino“, „Freizeit“
– „Sehenswertes“
– „Restaurants“
– „Shopping“
– „Hotels“
– „Verkehr“
– „Wirtschaft“
– „Jobs“ und
– „Leben“.

Bemerkenswert ist, dass auf Untermenüs konsequent verzichtet wird. Gutes Stadtmarketing erzeugt der Überblick über die Stadtteile mit Klick auf den entsprechenden Button im Top-Menü. Jeder Stadtteil ist hier beleuchtet. Geboten wird eine ansprechende Charakterisierung und darüber hinaus gut verschlagwortet. Verfügbar ist zudem eine eigene Stadt-App.

Hamburg vermarktet schon

Das Ziel: Viel Information auf übersichtlicher Fläche zu präsentieren, Hamburg (www.hamburg.de) erreicht es. Wir zählen hier zwei Top-Menüs. Das oberste unterscheidet zwischen den Zielgruppen „Hamburger“, „Besucher“, „Politisches“ und „Top Services“. Das zweite bewirbt nützliche Tools/Angebote wie die Möglichkeit, sich kostenpflichtig eine E-Mail-Adresse nach dem Schema „@hamburg.de“ einrichten zu können. Eine Fahrplanauskunft von Bus und Bahn für Hamburg und Umgebung ist genauso integriert wie ein virtueller Stadtplan, der funktioniert, neben einem sogenannten „Behördenfinder“ und „Branchenbuch“. Das Hauptmenü unterscheidet in größeren Kategorien zwischen den Oberbegriffen

– „Hotels & Tourismus“
– „Kultur & Tickets“
– „Jobs & Wohnen“
– „Erlebnis & Freizeit“
– „Verkehr“ sowie
– „Politik & Verwaltung“.

Hamburg präsentiert sich stark als Tourismus-Domizil. Dazu passen der inkludierte Hotel-Finder und jene Werbeanzeigen, die unterschiedliche Hotels empfehlen. Insgesamt wirken die lokalen Werbetexte wie Schlagzeilen eines lokalen Online-Nachrichten Magazins. Ein Community-Aspekt ist: User können sich kostenlos beim Stadtportal registrieren, um beispielsweise Beiträge zu kommentieren.

Vorläufiges Fazit

Frankfurt mag eine „IT-Hauptstadt“ sein, will man diesem Artikel Glauben schenken veröffentlicht im DataCenter Insider. Unstrittig aber auch ist, dass es noch sehr viel zu tun gibt, um künftig zur neuen Digitalhauptstadt zu wachsen, denn das ist Frankfurt bis heute nicht.

Es enttäuscht, dass die öffentlichen WLAN-Hotspots vom Frankfurter Stadtportal (siehe hier) nicht anschaulicher erklärt sind, als es der grafischen Lösung vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für ganz Deutschland ausweist.

Welche digitalen Lösungen bringt die Zukunft, um Behördengänge zu vereinfachen?

Die Stadt Offenbach bietet bereits einen Online-Terminkalender, geht es um Dienstleistungen zu den Themen Führerschein, Fahrerlaubnis. KFZ-Zulassung, Meldeangelegenheiten, Pässe oder Ausweise. Sogar in Sachen „Lebensmittelbelehrung“ lassen sich online Termine vereinbaren.

Spannend bleibt, wie sich Frankfurt und Offenbach national als digitale Standorte bis 2020 positionieren. 069-news beschäftigt das Thema und bringt sich mit ein. (Anja Zörner)

Kann das Ziel Digitalhauptstadt eine Gemeinschaftsleistung werden? Von Vorteil auf dem Weg dahin wäre, wenn Bürger, lokale Unternehmen und Stadt digital besser vernetzt wären. Je besser sich alle Beteiligten digital auskennen und einbringen, desto vorteilhafter für die ganze Stadt und ihre Wirtschaft.



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